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Limone sul Garda - Gardasee

"Ich fand nach Italien, und da war`s mir als hätte ich nach Hause gefunden"
Heinrich Mann

Der Gardasee


Der Gardasee (Lago di Garda oder Lago di Benaco) ist mit einer Fläche von 369,98 km⊃2;, einer Länge von 51,6 km, einer Breite von 17,2 km, einem Umfang von 158,4 km und einer Tiefe von 346 Metern der größte See Italiens.

Das Klima ist aufgrund der Lage durchaus mediterran. Am nördlichen bis zum mittleren Teil des Gardasees ragen hohe Felsen, dazu kommt die grandiose Vegetation – Zypressen, Olivenhaine, rosig blühender Oleander, Zitronen. Richtung Süden werden die Felsen dann allmählich sanfter, die Vegetation zunehmend üppiger. Einer der bekanntesten Touristenorte ist Limone.

Der Gardasee liegt in Oberitalien zwischen den Alpen und der Po-Ebene, ca. 65m über Meereshöhe, - im Norden in der Region Trentino, im Osten in Veneto und im Westen in der Lombardei. Damit teilen sich die drei Provinzen Trento (Norden), Verona (Osten), Brescia (Westen) und im Süden alle drei gemeinsam die Verwaltung.

Limone


Besonders angenehm ist Limone mit nur knapp 1000 Einwohnern am nordwestlichen Ufer des Gardasees in der Nebensaison. Von Anfang März bis in den November hinein "belagern" einige tausend Touristen den kleinen Ort. Hier lockt besonders das angenehme mediterrane Klima sowie die einzigartige Lage, umgeben von steilen Felsen und die Altstadt direkt am See. Besonders markant sind die alten Zitronengärten von denen einer für Besucher geöffnet ist.

Limone hat nichts mit Zitronen zu tun, sondern das Wort entstammt dem lateinischen "limes", was soviel wie Grenze bedeutet. Und genau an einer solchen hat der Ort gelegen: Ab dem 10. Jahrhundert verlief dort die Grenze zwischen Limone und Riva, dann zwischen dem lombardisch-venezianischen Reich und dem italienischen Königreich, später, bis zum Ende des Ersten Weltkrieges lag Limone an der italienischen Grenze zu Österreich, und heute grenzt Limone als nördlichster Ort der Provinz Brescia an die Provinz Trentino

Umgeben ist Limone sul Garda von jahrhundertealten Olivenhainen. Noch heute wird hier Olivenöl"Extra vergine" wie vor 200 Jahren hergestellt. In den ersten Novembertagen beginnt die Ernte. Auf Sprossenleitern, die aus einem einzigen Baumstamm gefertigt sind und mit einem Seil amBaum befestigt werden, klettern die Pflücker hinauf und streifen die Oliven von Hand in den "grumiàl", einen Behälter aus Eselshaus, der am Gürtel befestigt ist. Die Früchte werden dann in der Ölmühle auf dem Holzboden getrocknet, bevor sie gemahlen werden. Dies geschieht mit Hilfe zweier Mühlsteine, die durch das Wasser des San Giovanni-Baches angetrieben werden. Dann kommt das Fruchtfleisch wiederum in die Presse und wird zerkleinert. In einer Zentrifuge wird die Masse dann in Öl und Wasser getrennt. Schließlich läuft das kalt gepresste Öl durch einen Baumwollfilter und wird abgefüllt.
Interessierte Touristen können sich von Juli bis September jeweils von 16.30 bis 18.30 Uhr die Ölfabrik ansehen und im angeschlossenen Laden das fertige Produkt erwerben. Neben dem Öl seien an dieser Stelle auch die verschiedenen Oliven-Pasten empfohlen, die sich etwa als sehr schmackhafter Brotaufstrich eignen.

Die Altstadt von Limone schmiegt sich unterhalb der stark befahrenen Via IV. Novembre, einem Teil der berühmten Gardesana Occidentale an die fast bis ans Seeufer reichenden Felsen des Dosso dei Roveri an. Je weiter oben gelegen, um so ruhiger geht es in den engen Gassen zu. Zum See hin jedoch drängen sich in der Hochsaison Tausende Menschen durch die "Hauptgasse" mit unzähligen Souveniergeschäften, Boutiquen und Restaurants. Im Norden der Altstadt, unweit desPassagierfähranlegers liegt die 1436 anlässlich der Pest erbaute Kirche San Rocco, die erst unlängst restauriert wurde. Die Fassade zur Seeseite ziert eine Sonnenuhr mit lateinischer Inschrift und einem Datum aus dem Jahre 1707. Wenige Schritte südlich dümpeln malerisch einige Fischerboote im kleinen, gut geschütztenalten Hafen (Porto Vecchio) vor sich hin.



Die Kirche San Benedetto (Hl. Benedikt) wurde 1691 nach Plänen von Andreas Pernis auf den Resten einer antiken römischen Basilika erbaut. Das Kircheninnere zieren Gemälde von Andrea Celesti aus dem 15. Jahrhundert und ein Kruzifix aus Buchsbaumholz aus dem 18. Jahrhundert. Es gibt vier Marmoraltäre und einen in Stuck:
" Der Hauptaltar (1724) stammt von Christoforo Benedetti aus Brentonico. Das Altarbild (1574) zeigt die Kreuzabnahme Jesu und stammt vom Veroneser Meister Battista Angelo.
" Der Altar des hl. Sakramentes (1699) ist von Silvestro und den Brüdern Ogna aus Rezzato. Das Altarbild zeigt das letzte Abendmahl (Künstler unbekannt).
" Der Altar des hl. Rosenkranzes (1704) ist ebenfalls von Christoforo Benedetti. Auf dem Altarbild sind die Madonna mit dem Kinde, das Mysterium des heiligen Rosenkranzes, der Hl. Antonius und der Hl. Jakob von Compostela abgebildet (Künstler unbekannt).
" Der Altar des Hl. Antonius von Padua (1696) besteht aus Marmor und Stuckatur. Das Gemälde, 1847 geschaffen von Antonio Moro aus Limone, ist dem Hl. Antonius, dem Hl. Franziskus und der Hl. Familie gewidmet.
" Der Altar mit dem Hl. Kreuz (1721) ist ebenfalls ein Werk von Christoforo Benedetti. Das barocke Holzkreuz ist aus Buchsbaum geschnitzt und unbekannter Herkunft

Letzte Änderung am Montag, 27. August 2012 um 06:03:14 Uhr.

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